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5.6.3. Sufismus
Sufismus ist die Sammelbezeichnung für die
asketisch - mystischen Strömungen im Islam und wird von dem arabischen Wort
"Suf" (Wolle) abgeleitet. Wegen seiner wollen Kutte heißt der Mystiker
Sufi. In Persien wurde er auch "Derwisch" genannt, was soviel bedeutet wie
Bettler oder Armer.
Im Sufismus richtet sich das religiöse Streben
auf die persönliche Erfahrung der Gottesnähe, Gottesschau oder in
einigen extremen Varianten sogar des Einswerdens mit Gott. Dies geschieht durch
Askese, dem Verzicht auf Nahrung, Besitz und Enthaltsamkeit, durch Meditation
oder Praktiken, die zu Trancezustände führen, etwa rhythmische
Bewegungen begleitet von der Rezitation bestimmter Namen und Formeln. Einige
dieser Praktiken sind im Islam umstritten und gelten zum Teil als verwerflich,
wie zum Beispiel das Hören von Musik und der Tanz.
Einzelne Sufi - Orden haben sich im Widerstand gegen
die europäische Kolonialherrschaft profiliert oder spielen heute eine
wichtige Rolle als Vorkämpfer der Reislamisierung ihrer
Länder.
5.7. Die fünf Säulen des
Islam
Unter den fünf Säulen des Islam versteht
man die fünf Grundpflichten der Muslime. Dazu zählen:
5.7.1. Schahada - Das
Glaubensbekenntnis
Die "Schahada" ist das Glaubensbekenntnis, mit dem
der Muslim sich zu seinem Glauben bekennt, Gott in Form, Wort und Tat anbetet
und dem Propheten Mohammed nachfolgt.
5.7.2. Salat - Das tägliche
Pflichtgebet
Als “Salat" bezeichnet das fünfmal
täglich, vor Sonnenaufgang, nach dem Sonnenhöchststand, Nachmittags,
nach Sonnenuntergang und Abends stattfindende Pflichtgebet. Dieses wird in einem
genau festgelegtem Ritual (Blickrichtung nach Mekka)
durchgeführt.
5.7.3. Ramadan - Das Fasten
Das "Saum" oder "Roza" ist das Fasten im Monat
Ramadan. Im 9. Monat des islamischen Kalenders wird von Morgens bis zum
Sonnenuntergang gefastet. Während dieser Zeit darf ein Muslim nicht essen,
nicht trinken und rauchen oder Geschlechtsverkehr haben.
5.7.3. Sakat - Die Armensteuer
Das "Sakat" oder "Zakat" ist die Entrichtung der
Armensteuer. Mit den Einkünften der Armensteuer bestreitet der Staat die
notwendigen Ausgaben für das Allgemeinwohl. Es ist Pflicht für jeden
Muslim, Almosen zu spenden. Die Armenspende gilt als sehr verdienstvoll. So
heißt es im Koran:
"Nie könnt ihr zur vollkommenen
Rechtschaffenheit gelangen, solange ihr nicht spendet von dem, was ihr habt; und
was immer ihr spendet, wahrlich, Allah weiß es wohl."
(3:93)
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